WM 2018: Kann Portugal den EM-Coup bestätigen?

Obwohl Cristiano Ronaldo, der nach seinem verletzungsbedingten Aus als eine Art Co-Trainer an der Seitenlinie fungierte, über weite Strecken des Finale nicht mitwirken konnte, krönte sich Portugal 2016 mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung über Gastgeber Frankreich zum ersten Mal überhaupt zum Europameister. Aufgrund dieses Titels sind die Erwartungen an die Iberer vor der WM 2018 nicht gerade gering, doch zu den Top-Favoriten zählt die portugiesische Auswahl trotz eines nach wie vor äußerst treffsicheren und diesmal im Vorfeld des Turniers auch nicht angeschlagenen Ronaldo nicht. Ronaldo verkörpert zwar sicherlich absolute Weltklasse, doch die übrige Mannschaft Portugals besitzt diese nicht oder allenfalls in vereinzelten Ansätzen.

Schon der Gewinn der EM 2016 fußte auf eine sehr disziplinierten Leistung einer gerade defensiv bestens organisierten Mannschaft. Dass sein Team spielerisch nicht brillierte und in der Vorrunde mit drei Unentschieden sogar nur Dritter wurde, rechtfertigte Trainer Fernando Santos mit dem unter dem Strich stehenden Erfolg, was naturgemäß jede Kritik abperlen ließ.

Auch in Russland wird der erfahrene Fernando Santos wieder vornehmlich auf ein funktionierendes Kollektiv setzen, aus dem aber natürlich einige Individualisten herausragen. Neben Ronaldo vor allem auch Spielmacher Bernardo Silva, der ein gutes erstes Jahr bei Manchester City gespielt hat. Dagegen konnte Andre Silva, der in der Qualifikation mit neun Treffern hinter Ronaldo (15) zweibeste Torschütze beim AC Mailand noch nicht wie erhofft überzeugen. Dennoch muss man sich um die portugiesische Offensive, in der hochveranlagte Akteure wie Goncalo Guedes oder Gelson Martins sowie Altstar Ricardo Quaresma starke Alternativen darstellen, keine Sorgen machen. Anders als um die überalterte Innenverteidigung mit Spielern wie Pepe, Jose Fonte oder Bruno Alves, die mangels nachrückender Akteure weiterhin gefragt sind. Alle drei sind aber weit über die 30-Jahre-Grenze hinaus und nur noch in international zwei- oder gar drittklassigen Ligen aktiv. Insbesondere die mangelnde Schnelligkeit im Abwehrzentrum könnte eine Schwäche sein, die offensivstarke Gegner für sich nutzen könnten.

In der Qualifikation fiel die Entscheidung erst am letzten Spieltag. Mit einem 2:0 gegen die Schweiz und damit dem neunten Sieg in Folge gelang der Gruppensieg, nachdem das Auftaktspiel in der Schweiz mit dem gleichen Ergebnis verloren worden war.

Bei der WM geht es für Portugal mit dem iberischen Nachbarschaftsduell gleich richtig intensiv los, ehe in den Spielen gegen Marokko und den Iran die Favoritenrolle klar auf Seiten von Ronaldo und

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