Geschichte

Der FIFA Ballon d’Or (Goldene Ball) ist ein Preis, der seit dem Jahr 2010 jährlich an den besten Fußballspieler der Welt verliehen wird. Die Auszeichnung ist das Ergebnis aus der Verschmelzung der beiden Auszeichnungen Ballon d’Or (vergeben vom französischen Sportblatt France Football) und Weltfußballer des Jahres (vergeben von der FIFA). Der erste FIFA Ballon d’Or wurde am 10. Januar 2011 an den argentinischen Spieler des FC Barcelona, Lionel Messi, vergeben.

Ballon D’Or (von 1956 bis 2010)

Der Ballon d'Or 1998 ging an Zinédine Zidane
Der Ballon d’Or 1998 ging an Zinédine Zidane (Foto: james / CC BY 2.0 / via Wikimedia Commons).

Die Geschichte des FIFA Ballon d’Or geht bis zum Jahr 1956 zurück. In jenem Jahr bat der Chefredakteur von France Football, Gabriel Hanot, seine europäischen Kollegen einen Fußballer des Jahres zu wählen. Die Wahl fiel auf Stanley Matthews vom FC Blackpool. Kurioserweise war Matthews, als er den Preis entgegen nahm, bereits 41 Jahre alt, wodurch er auch bis heute der älteste Preisträger ist (sein letztes Pflichtspiel absolvierte der englische Nationalspieler gar im Alter von 50 Jahren!)

Bis 1995 duften bei der Wahl nur europäische Spieler berücksichtigt werden, die bei einem europäischen Verein unter Vertrag standen. Diese Einschränkung wurde 1995 etwas gelockert, als nämlich alle Spieler gewählt werden durften, die bei einem europäischen Klub spielten. Prompt gewann mit dem Liberianer George Weah im selben Jahr zum ersten Mal ein Nichteuropäer den Preis. Die meisten Preisträger (fünf) stellt bis heute Brasilien.

Schließlich konnten ab 2007 alle Fußballer gewählt werden, also unabhängig von ihrer Nationalität und von der Liga, in der sie spielen. Doch diese Lockerung hatte keine besonderen Auswirkungen, da bis heute nur Spielern der Goldene Ball verliehen wurde, die zum Zeitpunkt der Auszeichnung in einem europäischen Verein spielten.

Vergabemodus

Für die jährliche Wahl war bis 2007 eine Jury bestehend aus je einem Sportjournalisten aus den Ländern der 53 Mitgliedsverbände der UEFA zuständig. Ab 2007 wurden zusätzlich 43 Juroren aus außereuropäischen Ländern mit ins Boot geholt, sofern ihre Verbände die Teilnahme an mindestens einer Weltmeisterschaft vorweisen konnten. Jeder der Juroren vergab an fünf aus einer von der France-Football-Redaktion erstellten Liste von 50 Spielern fünf, vier, drei, zwei bzw. einen Punkt. Dabei sollte die Leistung der Spieler im jeweiligen Kalenderjahr gewürdigt werden.

FIFA Weltfußballer des Jahres (von 1991 bis 2010)

Der zweite Auszeichnung (neben dem Ballon d’Or), aus der sich der FIFA Ballon d’Or zusammensetzt, ist der FIFA Weltfußballer des Jahres. Sie wurde 1991 erstmalig von der FIFA in Zürich verliehen. Mit Lothar Matthäus (Inter Mailand) kam der erste Preisträger aus Deutschland.

Vergabemodus

Im Gegensatz zum Ballon d’Or wurde der Gewinner nicht durch Journalisten, sondern durch eine Abstimmung unter den Trainern und Kapitänen aller der FIFA zugehörigen Nationalverbände ermittelt. Jeder von ihnen nannte die seiner Meinung nach drei besten Fußballer. Bedingung war, dass keiner der drei aus seinem eigenen Land stammen durfte. Der Spieler, der an Platz eins genannt wurde, bekam fünf Punkte, der an Platz zwei drei und der dritte Platz einen. Anschließend wurden die Punkte addiert.

FIFA Ballon d’Or (seit 2010)

Im Jahr 2010 wurden die beiden Auszeichnungen „Ballon d’Or“ und „FIFA Weltfußballer des Jahres“ zum „FIFA Ballon d’Or“ zusammengefasst. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 5. Juli 2010 von dem Präsidenten der FIFA, Sepp Blatter und Marie-Odile Amaury, Vorsitzende der gleichnamigen Pressegruppe zu der unter anderem auch France Football gehört, unterzeichnet.

Der 5. Juli 2012 markiert die Geburtsstunde des FIFA Ballon d’Or. Auf dem Foto sind Marie-Odile Amaury und Sepp Blatter mit der Vereinbarung zu sehen Marie-Odile Amaury mit Sepp Blatter (Foto: Marcello Casal Jr./ABr (ABr) [CC BY 3.0 br], via Wikimedia Commons)
Sepp Blatter mit der FIFA Ballon d'Or Vereinbarung
Foto: Marcello Casal Jr./ABr (ABr) [CC BY 3.0 br], via Wikimedia Commons

Vergabemodus

Die Zusammenlegung der beiden Preise spiegelt sich auch im Vergabemodus wider. Die Stimmen kommen zum einen von den Trainern und Kapitänen der Nationalmannschaften, wie dies beim FIFA Weltfußballer der Fall war, und von den Medienvertretern, wie es beim Ballon d’Or gehandhabt wurde.

Die Trophäe

Und abschließend noch ein paar Sätze zu der Fertigung des „Goldenen Balls“. Sie ist 31 cm hoch, 23 cm lang und 23 cm breit und wird von der Juweliersfamilie Mellerio gefertigt. Diese zeichnete sich bereits 1956 für die Fertigung des Ballon d’Or verantwortlich, da sie damals schon über umfassende Erfahrungen auf dem Gebiet des Juwelier- und Goldschmiedehandwerks verfügte. Auch im Sportbereich, wo sie unter anderem die Coupe des Mousquetaires, die Trophäe für den Sieger des Tennisturniers „Roland Garros“, entwarf. Im Laufe ihrer 50 jähriger Geschichte ist das äußere Erscheinungsbild der Auszeichnung weitestgehend unverändert geblieben.

Ballon d’Or" (CC BY-NC 2.0) by DSanchez17
Foto: Ballon d’Or“ (CC BY-NC 2.0) by DSanchez17

Der Ballon d’Or besteht aus zwei kupfernen Halbkugeln. Diese sind wiederum aus einzelnen Platten zusammengesetzt sind. Die runde Form erhalten die beiden Teile durch das „Rundformdrücken“. Für diese Aufgabe wird ein spezieller Kunsthandwerker beauftragt, der Rundformdrücker. Anschließend werden die beiden Halbkugeln von dem Goldschmied miteinander verschweißt. Der Ziselierer wiederum füllt die Kugel mit einer Art Wachs aus. Der Er ist auch zuständig für die Nähte am Ball. Diese werden mittels Stichel und Hammer aufgebracht, wobei ihm eine mit Kreide aufgezeichnete Vorlage zur Hilfe dient. Die Füllung wird anschließend wieder entfernt, und der Ball an den Graveur weitergegeben. Dieser poliert den Ball und graviert das FIFA Ballon d’Or Logo ein. Schließlich wird der FIFA Ballon d’Or noch in ein Goldbad getaucht, bevor er auf einem Sockel aus Pyrit befestigt wird.

Quellen: Wikipedia; de.fifa.com

2 Kommentare

  1. Seit 2008 bekamen immer nur Lionel Messi oder Christiano Ronaldo den Award. Ab und zu auch mal ungerechtfertigt, finde ich. Da gab es in manchen Jahren bessere Fußballer in meinen Augen. Ich wünschte die Juroren würden in den nächsten Jahren den Blick auch mal etwas weiter schweifen lassen als nur auf die beiden Spieler.

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